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Fibromyalgie verstehen - Fibromyalgie Selbsthilfe Arnsberg – Hilfe bei chronischen Schmerzen

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Auf dieser Seite finden Sie einfach erklärte Informationen rund um Fibromyalgie. Die Texte richten sich an Betroffene, Angehörige und Interessierte, die sich einen ersten Überblick verschaffen möchten.

Fibromyalgie ist eine chronische Schmerzerkrankung. Viele Menschen fühlen sich mit ihren Beschwerden zunächst unverstanden oder allein gelassen. Wir möchten Orientierung geben, Mut machen und zeigen, welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt.

Wichtig: Unsere Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung, Untersuchung oder Behandlung. Wenn Sie unter starken oder neuen Beschwerden leiden, wenden Sie sich bitte immer an eine Ärztin oder einen Arzt.

Fibromyalgie (auch Fibromyalgiesyndrom genannt) ist eine chronische Schmerzerkrankung. Typisch sind weitverbreitete Schmerzen in Muskeln und Gelenken, die länger als drei Monate anhalten und für die sich keine andere körperliche Ursache finden lässt.

Man geht heute davon aus, dass das Nervensystem Schmerzen bei Fibromyalgie anders verarbeitet. Reize, die bei anderen Menschen kaum wahrgenommen werden, können bei Betroffenen starke Schmerzen auslösen. Fibromyalgie ist keine Einbildung und auch keine reine „Kopfsache“, sondern eine anerkannte Erkrankung.

Fibromyalgie kann in jedem Alter auftreten, beginnt aber häufig zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Die Erkrankung ist nicht ansteckend.

Die Beschwerden bei Fibromyalgie können sehr unterschiedlich sein und sich im Laufe der Zeit verändern. Häufig berichten Betroffene über:

  • Weitverbreitete Schmerzen im ganzen Körper, vor allem in Muskeln und an Sehnenansätzen
  • Ausgeprägte Müdigkeit und Erschöpfung (Fatigue), schon nach kleinen Anstrengungen
  • Schlafstörungen, zum Beispiel häufiges Aufwachen oder nicht erholsamer Schlaf
  • Konzentrations- und Gedächtnisprobleme („Fibro-Fog“ oder „Kopf wie Watte“)
  • Steifigkeitsgefühl, besonders morgens oder nach Ruhephasen
  • Überempfindlichkeit auf Berührung, Kälte, Lärm, Gerüche oder Stress
  • Manchmal auch Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen oder depressive Verstimmungen

Nicht alle Symptome müssen gleichzeitig auftreten. Entscheidend ist das Gesamtbild und wie stark Sie sich im Alltag eingeschränkt fühlen.

Eine Fibromyalgie-Diagnose wird meist von erfahrenen Fachärztinnen oder Fachärzten gestellt, zum Beispiel aus der Rheumatologie, Inneren Medizin oder Schmerzmedizin. Es gibt aktuell keinen einfachen Bluttest, mit dem sich Fibromyalgie nachweisen lässt.

Wichtig ist vor allem, andere Erkrankungen mit ähnlichen Beschwerden auszuschließen, zum Beispiel entzündlich-rheumatische Erkrankungen, Stoffwechselstörungen oder Schilddrüsenerkrankungen. Dazu gehören eine gründliche Befragung, körperliche Untersuchung und oft auch Labor- und weitere Untersuchungen.

Da die Symptome so vielfältig sind und nicht „auf den ersten Blick“ erkennbar sind, kann es leider zu Verzögerungen und Fehldiagnosen kommen. Viele Betroffene haben einen langen Weg von Arzt zu Arzt hinter sich, bevor die Diagnose gestellt wird.

Unser Hinweis: Wenn Sie den Verdacht haben, an Fibromyalgie zu leiden, sprechen Sie das Thema offen bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt an und bitten Sie bei Bedarf um eine Überweisung zu einer spezialisierten Fachpraxis.

Fibromyalgie gilt derzeit als chronische, also langfristige Erkrankung. Das bedeutet: Es gibt keine schnelle Heilung, aber viele Möglichkeiten, besser mit den Beschwerden zu leben und die Lebensqualität zu steigern.

Typische Bausteine der Behandlung können sein:

  • Bewegung: Schonende, regelmäßige Bewegung wie Spazierengehen, leichtes Krafttraining, Wassergymnastik oder sanftes Yoga kann helfen, Schmerzen und Steifigkeit zu reduzieren.
  • Schmerzbewältigung und Entspannung: Entspannungsverfahren, Achtsamkeit, Atemübungen und Schulungen zum Umgang mit Schmerzen unterstützen dabei, den Alltag besser zu bewältigen.
  • Medikamente: Bestimmte Medikamente können Schmerzen und Schlafstörungen lindern. Welche Mittel sinnvoll sind, entscheidet immer die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.
  • Psychotherapeutische Unterstützung: Gesprächstherapie oder andere psychotherapeutische Angebote können helfen, mit den seelischen Belastungen einer chronischen Erkrankung umzugehen.
  • Selbsthilfe und Austausch: Der Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen wird von vielen als große Entlastung erlebt.

Welche Kombination im Einzelfall passend ist, ist sehr unterschiedlich. Bitte besprechen Sie Ihre Fragen immer mit medizinischen Fachpersonen.

In der Fibromyalgie- Selbsthilfe Arnsberg sammeln wir viele kleine, im Alltag erprobte Tipps. Nicht alles passt für jede Person – aber es kann helfen, Neues auszuprobieren und herauszufinden, was gut tut.

Häufig genannte Strategien sind zum Beispiel:

  • Energie einteilen: Aktivitäten planen, Pausen einbauen, große Aufgaben in kleine Schritte aufteilen.
  • Pausen ernst nehmen: Regelmäßig kurze Erholungsphasen einlegen, bevor der Akku ganz leer ist.
  • Bewegung in kleinen Dosen: Lieber öfter kurz bewegen als selten sehr anstrengen.
  • Alltag vereinfachen: Hilfsmittel nutzen, im Haushalt Prioritäten setzen, Unterstützung annehmen.
  • Austausch suchen: Mit anderen Betroffenen sprechen, um sich verstanden zu fühlen und Erfahrungen zu teilen.

In unseren Treffen sprechen wir darüber, welche Erfahrungen die Teilnehmenden gemacht haben und welche Ideen im persönlichen Alltag hilfreich waren.

Wenn Sie sich noch intensiver informieren möchten, empfehlen wir Ihnen seriöse und gut verständliche Quellen. Auf unserer Seite „Links & Adressen“ haben wir unter anderem folgende Bereiche zusammengestellt:

  • bundesweite Selbsthilfe- und Patientenorganisationen
  • Adressen von Beratungsstellen und Kliniken
  • Informationsportale mit verständlichen Artikeln rund um Fibromyalgie
  • Anlaufstellen zu Reha, Rente und sozialrechtlichen Fragen

Bitte beachten Sie: Wir können keine Verantwortung für die Inhalte externer Internetseiten übernehmen, wählen die Empfehlungen aber mit großer Sorgfalt aus.

Die Inhalte dieser Seite wurden nach bestem Wissen und mit großer Sorgfalt erstellt. Sie dienen der allgemeinen Information, der Orientierung und dem Austausch in unserer Selbsthilfegruppe.

Sie ersetzen jedoch keinesfalls eine persönliche ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Bitte wenden Sie sich bei gesundheitlichen Beschwerden immer an eine Ärztin oder einen Arzt und brechen Sie keine laufenden Behandlungen ohne Rücksprache ab.

Unsere Selbsthilfegruppe kann und darf keine individuellen medizinischen oder rechtlichen Entscheidungen treffen. Wir verstehen uns als Ergänzung zur professionellen Versorgung – nicht als Ersatz.

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